chap 5: Umsetzung — 11 Abschnitte + module-components/zip-stream/race-condition diagrams

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\section{Architektur des Documents-Moduls}
\section{Architektur des Dokumentenmoduls}
\label{sec:architecture}
% TODO: Razor Page DocumentsPage.cshtml → DocumentsService → S3DocumentsClient
% Klassendiagramm module-components.pdf
\subsection{Schichtung}
% \begin{figure}[H]
% \centering
% \includegraphics[width=0.9\textwidth]{figures/diagrams/module-components.pdf}
% \caption{Komponentenstruktur des Documents-Moduls}
% \label{fig:module-components}
% \end{figure}
Das Dokumentenmodul folgt der in Houston bereits etablierten Schichtung und führt keine neuen Strukturmuster ein. Abbildung~\ref{fig:module-components} zeigt die Komponenten und ihre Beziehungen.
\begin{figure}[H]
\centering
\includegraphics[width=0.95\textwidth]{figures/diagrams/module-components.pdf}
\caption{Komponenten des Dokumentenmoduls}
\label{fig:module-components}
\end{figure}
Die oberste Schicht bilden drei Razor Pages. \texttt{Documents} stellt die eigentliche Liste samt Suche, Filtern und Blätterelementen dar. \texttt{Document/Download} nimmt Downloadanforderungen entgegen, sowohl für einzelne Dokumente als auch für ZIP-Archive. \texttt{Document/Share} liefert die Vorschauseite für Freigabelinks. Die Aufteilung auf getrennte Seiten statt auf mehrere Handler einer einzigen Seite folgt daraus, dass Download und Freigabe eigene Routen mit eigenen Antwortformaten benötigen.
Darunter liegt der \texttt{DocumentsService} als fachliche Schicht. Er kennt die Regeln des Ablagekonzepts: wie ein Kundenordner aufgelöst wird, welche Objekte als Dokumente gelten, wie der Typ aus dem Pfad abgeleitet wird und welche Einträge auszublenden sind. Der \texttt{S3DocumentsClient} kapselt darunter den technischen Zugriff auf den Speicher und ist die einzige Stelle, an der \texttt{IAmazonS3} unmittelbar verwendet wird.
\subsection{Eigene Typen statt Zeichenketten}
Eine Entwurfsentscheidung, die sich erst im Verlauf der Umsetzung herausbildete, betrifft den Umgang mit Pfaden. In der ersten Fassung wurden Dokumentschlüssel als gewöhnliche Zeichenketten durch die Schichten gereicht. Im Review des Downloads führte das zu wiederholten Rückfragen zur Pfadvalidierung — und zwar deshalb, weil einer Zeichenkette nicht anzusehen ist, ob sie bereits geprüft wurde.
Daraufhin wurden eigene Typen eingeführt, die diese Unterscheidung im Typsystem sichtbar machen. Ein \emph{Schlüssel} bezeichnet den vollständigen, bereits gegen das Kundenpräfix validierten Pfad im Speicher; ein \emph{relativer Pfad} bezeichnet den Anteil unterhalb des Kundenordners, wie er in Freigabelinks und in der ZIP-Struktur auftritt. Beide Typen können nur über Konstruktionswege entstehen, die die jeweilige Prüfung durchführen.
Der Nutzen liegt darin, dass eine vergessene Prüfung nicht mehr zu einer Sicherheitslücke, sondern zu einem Übersetzungsfehler führt. Der zugehörige Pull Request durchlief 23 Iterationen und bestand zu einem erheblichen Teil aus genau diesem Refactoring — ein Aufwand, der sich in den folgenden Anforderungen mehrfach auszahlte, weil ZIP-Download, PDF-Vorschau und Freigabelinks dieselben Typen wiederverwenden konnten.
Nach demselben Muster entstanden \texttt{DocumentType} für die Typisierung, \texttt{DocumentName} für die Behandlung von Anzeigenamen und Dateiendungen sowie \texttt{OrgSlug} für die Normalisierung des Firmennamens.
\subsection{Zentrale Autorisierung}
Die erste Fassung des Document Explorers prüfte die Berechtigung im PageModel selbst. Im Review wies \emph{Hanna Ebner} darauf hin, dass die Autorisierung in Houston zentral in der Anwendungskonfiguration eingerichtet wird und eine zusätzliche Prüfung an der Seite deshalb überflüssig ist.
Der Einwand betrifft mehr als nur doppelten Code. Eine an der Seite hinterlegte Prüfung ist leicht zu übersehen, wenn später eine weitere Seite hinzukommt — genau das wäre bei \texttt{Download} und \texttt{Share} passiert. Die zentrale Registrierung stellt dagegen sicher, dass alle Routen des Moduls derselben Richtlinie unterliegen, ohne dass dies an jeder einzelnen Stelle wiederholt werden muss.
\subsection{Gestapelte Pull Requests}
Ein Vorgehen, das sich durch die gesamte Umsetzung zieht und das Verständnis der Reviewhistorie erleichtert, ist die Verkettung der Pull Requests. Der erste Pull Request des Document Explorers ging gegen den Hauptbranch. Der darauf aufbauende Pull Request für die Icons wurde jedoch nicht ebenfalls gegen den Hauptbranch geführt, sondern gegen den Branch des Explorers. Der Suchen-Pull-Request wiederum ging gegen den Icon-Branch, der Download-Pull-Request gegen den Suchen-Branch und der Freigabelink-Pull-Request gegen den Download-Branch.
Der Grund ist die Reviewbarkeit. Da die Arbeiten inhaltlich aufeinander aufbauen, hätte ein direkter Vergleich gegen den Hauptbranch bei jedem Pull Request auch sämtliche Änderungen der Vorgänger enthalten. Ein Reviewer hätte die für das jeweilige Backlog Item relevanten Änderungen aus einem stetig wachsenden Gesamtunterschied heraussuchen müssen. Durch die Verkettung enthält jeder Pull Request genau die Änderungen seines eigenen Backlog Items. Auf diesen Umstand wurde jeweils im ersten Kommentar des Pull Requests hingewiesen.
Der Preis dieses Vorgehens zeigte sich beim Zusammenführen. Sobald ein Vorgänger in den Hauptbranch übernommen war, musste der Nachfolger auf den Hauptbranch umgestellt werden. Diese Umstellung setzt in Azure DevOps die bereits abgegebenen Freigaben zurück, sodass mehrere Reviewer ein zweites Mal zustimmen mussten. Bei zwei Pull Requests ist dieser Effekt im Ereignisprotokoll dokumentiert. Für künftige Arbeiten wäre abzuwägen, ob der Gewinn an Reviewbarkeit diesen zusätzlichen Abstimmungsaufwand rechtfertigt; bei der vorliegenden Zahl aufeinander aufbauender Backlog Items überwog er deutlich.