\section{Zielerreichung} \label{sec:evaluation} \subsection{Bewertung gegen die Zielsituation} Die in Abschnitt~\ref{sec:target-situation} beschriebene Zielsituation ist erreicht. Kunden verfügen im Kundenportal über einen zentralen, selbstständig nutzbaren Zugang zu ihren Dokumenten. Die zuvor bestehenden Probleme — fehlende Zentralisierung, kein Self-Service, kein strukturierter Überblick, kein technisch abgesicherter mandantengetrennter Zugriff — sind adressiert. Bemerkenswert ist dabei weniger die Menge der umgesetzten Funktionen als der Umstand, dass eine seit Ende 2023 im Backlog liegende Bedarfsnotiz innerhalb eines einzigen Projektzeitraums zu einer produktiv genutzten Funktion wurde. Der entscheidende Schritt war dabei nicht die Implementierung, sondern die Konkretisierung: Erst die Ausarbeitung des Features im Juni und die anschließende Analyse machten aus zwei Stichpunkten eine umsetzbare Anforderung. \subsection{Fachliche Ziele} Sämtliche fachlich geforderten Funktionen sind umgesetzt. Der Dokumentenbereich bietet über den ursprünglich als Kern definierten Umfang hinaus auch die im Abschnitt \emph{Feature-Creep} der Feature-Beschreibung genannten Komfortfunktionen — Suche, Einzeldownload, Archivdownload, Vorschau, Freigabelinks und Verknüpfungsdateien. Dass diese vollständig umgesetzt wurden, war zu Projektbeginn nicht selbstverständlich: Sie waren ausdrücklich als nachrangig eingestuft. Möglich wurde es, weil der Kern — die Auflistung mit Mandantentrennung — bereits nach vier Tagen zusammengeführt war und die darauf aufbauenden Arbeiten dadurch früh beginnen konnten. \subsection{Technische Ziele} Die zentrale technische Herausforderung des Projekts war nicht in der ursprünglichen Zielsetzung enthalten. Sie entstand aus der Kombination zweier Entscheidungen — Autorisierung über ein Metadatum und lesbare Ordnernamen für die interne Pflege — und der Eigenschaft des Speichers, keine Suche über Metadaten anzubieten. Die gefundene Lösung erfüllt die Anforderung, ohne eine zweite Datenhaltung einzuführen, und heilt bestehende Abweichungen selbsttätig. Sie ist damit fachlich wie technisch die tragfähigere Variante gegenüber den zunächst naheliegenden Ansätzen. Dass sie zum Abgabezeitpunkt noch nicht ausgeliefert war, schmälert die konzeptionelle Leistung nicht, ist für die Bewertung des Projektstands aber festzuhalten. \subsection{Nicht erreichte Ziele} Drei Punkte sind offen geblieben. Die \textbf{Nebenläufigkeit im verändernden Teil des Lookups} ist analysiert, dokumentiert und mit Lösungsvorschlägen versehen, aber nicht behoben. Dies ist eine bewusste, abgestimmte Abgrenzung und keine Nachlässigkeit — die Wahl der Gegenmaßnahme hängt von einer Rückfrage beim Betreiber ab, deren Bearbeitungsdauer zuvor mit mehreren Wochen bemessen worden war. Die \textbf{Optimierung der Dokumentensuche} bleibt offen. Sie wäre über den Suchdienst des Speicherherstellers lösbar gewesen, der jedoch nicht zur Verfügung steht. Die praktische Auswirkung ist gering, weil die Suche nur mit der Dokumentenzahl eines einzelnen Kunden skaliert. Der \textbf{aus der Abnahme hervorgegangene Fehler} zur Einheitlichkeit des Suchfeldes ist erfasst und eingeplant, aber nicht behoben. \subsection{Gesamtbewertung} Das Projektziel ist erreicht. Der Dokumentenbereich ist in seinen Kernfunktionen produktiv, erfüllt die fachlichen Anforderungen und ist in einem Zustand, in dem die verbleibenden Arbeiten klar benannt, priorisiert und im Backlog erfasst sind. Der aussagekräftigste Einzelbefund des Projekts ist dabei nicht eine umgesetzte Funktion, sondern die Erkenntnis über die Nebenläufigkeit. Sie wurde durch eigenes Nachprüfen des bereits geschriebenen Codes gefunden — nicht durch einen Fehlerbericht, nicht durch einen Test und nicht durch ein Review. Ein Projekt, das eine solche Schwäche selbst findet, benennt und einordnet, steht qualitativ besser da als eines, in dem sie unentdeckt bliebe.