\section{Unit-Tests} \label{sec:unit-tests} \subsection{Testbarkeit durch Kapselung} Da der Speicherzugriff über die SDK-Schnittstelle erfolgt, lässt sich diese in Tests durch eine Attrappe ersetzen. Die Tests laufen damit ohne Netzwerkverbindung, ohne Zugangsdaten und ohne einen realen Speicher. Die Attrappe erlaubt Zustände, die sich real kaum erzeugen ließen — etwa einen Kundenordner mit falschem Namen, aber korrektem Metadatum, oder einen Ordner ohne Metadatum. Gerade diese Randfälle könnten ohne Test unbemerkt fehlerhaft bleiben. \subsection{Abgedeckte Pfade} Die Tests bilden die in Abschnitt~\ref{sec:lookup-decision} beschriebenen Wege einzeln ab: Direktzugriff, Kollisionsfall, Rückfallebene mit Umbenennung, Anlegen eines fehlenden Kundenordners und Ignorieren eines Ordners ohne gültiges Metadatum. Geprüft wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Speicherzugriffe — beim Direktzugriff etwa, dass genau eine Metadatenabfrage und keine Auflistung stattfand. Die Anforderung an den Lookup war keine funktionale, sondern eine über den Aufwand. Ein Test, der nur das richtige Präfix prüft, bestünde auch, wenn die Implementierung weiterhin alle Ordner durchliefe. Die eigentliche Eigenschaft — dass der Regelfall mit einem einzigen Zugriff auskommt — lässt sich nur über die beobachteten Aufrufe prüfen. \subsection{Testdaten} \emph{Timo Walter} merkte an, dass reale Kundennamen in den Tests verwendet wurden, und schlug Platzhalter vor. Der Hinweis ist klein, in der Sache aber richtig: Testdaten liegen in der Versionsverwaltung und bleiben dauerhaft lesbar; ein realer Kundenname ist eine unnötige Offenlegung, da der Test mit Platzhaltern denselben Zweck erfüllt. Die Daten wurden ersetzt. \subsection{Ein Test, der das Falsche prüfte} \emph{Timo Walter} bemerkte beim Lesen, dass ein Test bestand, aber aus dem falschen Grund: Der Prüfling brach in der ersten Zeile ab, weil die Pfadauswertung einen unbekannten Typbezeichner vorfand — die eigentlich zu prüfende Logik wurde nie erreicht. Er leitete einen vermuteten Fehler ab: Ein Dokument ohne Typ dürfe die Auswertung nicht scheitern lassen. Die Klärung ergab, dass der Code korrekt, der Test aber missverständlich benannt war. Geprüft wurde eine Sicherheitseigenschaft: dass ein Benutzer, der den Kundennamen als Pfadbestandteil in die Adresse schreibt, kein Ergebnis erhält und keine Anfrage an den Speicher ausgelöst wird. Der Vorgang zeigt zweierlei: Ein Test, der aus dem falschen Grund grün ist, ist wertlos, weil er Sicherheit suggeriert. Der Fund war nicht durch Ausführen zu erzielen, sondern nur durch Lesen — er belegt den Wert des Reviews für Testcode. Als Konsequenz wurde die Absicht des Tests explizit gemacht. Diese Anforderung — dass ein Test ohne den Fix fehlschlagen muss — wurde in die Akzeptanzkriterien des Folgeitems zur Nebenläufigkeit aufgenommen (siehe Abschnitt~\ref{sec:race-conditions}).