\section{Abnahmetest} \label{sec:acceptance-testing} \subsection{Ablauf} Die fachliche Abnahme übernahm \emph{Maria-Lena Andersz}. Sie begann am 13.~August 2026, also zu einem Zeitpunkt, an dem erst ein Teil der Pull Requests zusammengeführt war, und zog sich mit Unterbrechungen bis zum 25.~August. Geprüft wurde gegen die Akzeptanzkriterien der einzelnen Backlog Items auf der Testumgebung. Die Abnahme zerfiel faktisch in zwei Abschnitte. Der erste war von Zugriffs- und Konfigurationsproblemen geprägt und förderte kaum fachliche Erkenntnisse zutage. Erst nachdem diese behoben waren, konnte die eigentliche funktionale Prüfung stattfinden. \subsection{Der Menüpunkt war nicht sichtbar} Der erste Befund lautete, dass der neue Menüpunkt „Dokumente" nicht erscheine. Für eine Funktion, die zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere zusammengeführte Pull Requests umfasste, ist das ein ernüchternder Einstieg. Die Ursache lag nicht im Code, sondern in der Berechtigungsvergabe: Der Testerin war die Anwendungsrolle nicht zugewiesen. Das Verhalten war damit exakt das spezifizierte — ohne die Rolle ist der Menüpunkt unsichtbar (siehe Abschnitt~\ref{sec:authorization}). Die Funktion verhielt sich also korrekt und war dennoch unbenutzbar. Der Vorgang legt eine Lücke im Vorgehen offen. Die Rolle war Ende Juli für die Entwicklungsumgebung beantragt worden; dass ihre Vergabe an die Testenden ein eigener, ausdrücklich zu veranlassender Schritt ist, war weder in den Akzeptanzkriterien noch in einer Übergabe festgehalten. Eine rollenbasierte Funktion bringt damit eine Anforderung mit sich, die über den Code hinausgeht: Wer testen soll, braucht die Rolle, und wer die Funktion ausrollt, muss dies veranlassen. An dieser Stelle bewährte sich die in Abschnitt~\ref{sec:authorization} beschriebene Entscheidung für eine 403-Antwort. Hätte die Anwendung stattdessen mit 404 geantwortet, wäre für die Testerin nicht unterscheidbar gewesen, ob die Seite nicht existiert, noch nicht ausgerollt ist oder ihr lediglich die Berechtigung fehlt. Die Fehlersuche wäre entsprechend länger gelaufen. \subsection{Konfiguration und Testdaten} Nach der Klärung der Berechtigung folgte ein zweiter Befund: Es wurden keine Dokumente angezeigt. Auch hier lag die Ursache in der Umgebung. Zum einen mussten überhaupt erst Testdateien in den für die Testumgebung vorgesehenen Speicher geladen werden — ein leerer Speicher führt zum leeren Zustand, der wie beabsichtigt keinen Fehler darstellt. Zum anderen bestanden Abweichungen in der Konfiguration, insbesondere bei der Zuordnung zwischen dem Testkonto und einer Organisation. Dieser zweite Punkt ist charakteristisch für das gewählte Ablagekonzept: Ob ein Benutzer Dokumente sieht, hängt von einer Kette ab, die über das Anmeldetoken, die Organisationszuordnung und das Metadatum am Kundenordner läuft. Ist ein Glied dieser Kette in einer Umgebung nicht korrekt eingerichtet, ist das Ergebnis eine leere, aber fehlerfreie Seite. Nach Bereinigung der Konfiguration funktionierte die Anzeige wie vorgesehen. Rückblickend hätte eine kurze Prüfliste für die Inbetriebnahme in einer neuen Umgebung — Speicher erreichbar, Testdaten vorhanden, Rolle vergeben, Organisationszuordnung gesetzt — den ersten Abschnitt der Abnahme deutlich verkürzt. \subsection{Funktionale Prüfung} Nach Behebung der Umgebungsprobleme fand am 24.~August die eigentliche funktionale Abnahme statt. Geprüft wurden die Paginierung, das Verhalten der Suche, die Sprungmarken der Freigabelinks, das Fehlerverhalten, die Behandlung von Verknüpfungsdateien und der Download. Diese Prüfung verlief im Wesentlichen erfolgreich. Festgehalten wurde, dass einzelne Bestandteile zu diesem Zeitpunkt auf der Testumgebung noch nicht verfügbar waren — was daran lag, dass der letzte Pull Request noch offen war (siehe Abschnitt~\ref{sec:folder-management}). Die gefundenen Abweichungen wurden als eigene Fehlerberichte erfasst statt in der Abnahmediskussion abgehandelt zu werden. \subsection{Der gefundene Fehler} Aus der funktionalen Prüfung ging ein Fehlerbericht hervor. Er betrifft nicht die Funktion, sondern die Konsistenz: Das Suchfeld des Dokumentenbereichs blendet nach einer Eingabe eine kleine Schaltfläche zum Leeren des Feldes ein. Diese Schaltfläche existiert auf den übrigen Houston-Seiten nicht, weshalb die Suche sich abweichend darstellt und verhält. Für sich betrachtet ist die Schaltfläche eine sinnvolle Erleichterung. Der Fehler liegt nicht in ihrer Funktion, sondern darin, dass sie an dieser einen Stelle existiert und sonst nirgends. Genau das verletzt die Konsistenzanforderung (NFA-4). Der Befund ist ein gutes Beispiel für die Grenzen der vorgelagerten Prüfstufen. Weder ein Unit-Test noch ein Code-Review hätte ihn finden können: Der erste prüft das Modul gegen sich selbst, der zweite den Quelltext einer Änderung. Sichtbar wird die Abweichung erst, wenn jemand die neue Seite neben den bestehenden Seiten betrachtet — und das leistet nur ein Abnahmetest durch eine Person, die die übrige Anwendung kennt. Der Fehler wurde für den folgenden Sprint eingeplant.