Files
itc.pidi-3-docs/chapters/qa/code-reviews.tex
T
0qln ce0875f29b chapters: Fliesstext auf 57 reine Textseiten kuerzen
Zwei Kompressionsdurchgaenge ueber Kapitel 2-7. Entfernt wurden
Redundanzen, Meta-Kommentare, Ueberklaerungen und Fuellsaetze;
Fakten, Namen, Daten, Entscheidungen samt Begruendung sowie alle
Abbildungen und Tabellen bleiben unveraendert.

Reine Textseiten: 78 -> 57 (Woerter 19613 -> 12451).
Gesamt-PDF: 138 -> 116 Seiten.
2026-08-25 23:02:17 +02:00

43 lines
4.0 KiB
TeX

\section{Code-Reviews}
\label{sec:code-reviews}
\subsection{Umfang}
Die Umsetzung verteilte sich auf elf Pull Requests mit 113 Diskussionssträngen (Tabelle~\ref{tab:pull-requests} im Anhang). Kein Pull Request wurde abgelehnt; sämtliche erhielten eine Freigabe. Die inhaltliche Auseinandersetzung fand durchgängig in den Diskussionssträngen statt.
Dass kein Pull Request verworfen wurde, ist kein Zufall: Die vorgelagerte Klärung — Feature-Analyse im Juni, Backlog-Durchsicht im Juli — hatte die fachlichen Fragen so weit beantwortet, dass keine Implementierung auf einer falschen Annahme beruhte.
\subsection{Prüftiefe und Risiko}
Die Verteilung der Diskussionsstränge folgt dem Risiko: Die intensivste Prüfung erfuhren Einzeldownload (30 Stränge) und Freigabelinks (23) — die Arbeiten, bei denen ein Fehler Kundendokumente offengelegt hätte. Der Document Explorer folgt mit 21 Strängen, die PDF-Vorschau mit zwei: eine Darstellungsfunktion ohne eigene Sicherheitsentscheidung.
Die Verteilung entstand ohne Vorgabe — die Reviewer lenkten ihre Aufmerksamkeit intuitiv dorthin, wo ein Fehler teuer gewesen wäre.
\subsection{Wiederkehrende Themen}
Über alle Diskussionsstränge hinweg lassen sich fünf Muster erkennen.
\textbf{Sicherheit und Eingabeprüfung.} Der größte Anteil entfiel auf die Prüfung externer Angaben: Pfadprüfung beim Download, zeitlich begrenzte Zugriffs-URLs statt Dateiströme, Ausschluss benutzerdefinierter Symbole aus der Vorschau und der Grundsatz, keine Inhalte über nicht authentifizierte Pfade auszuliefern.
\textbf{Kompatibilität vor Ideallösung.} Mehrfach wurde eine technisch sauberere Lösung zugunsten einer verlässlicheren verworfen — etwa die Bereitstellung der Vorschaubilder als Rastergrafik, weil die Vektorvariante von verbreiteten Messengern nicht zuverlässig dargestellt wird (siehe Abschnitt~\ref{sec:pdf-preview}).
\textbf{Abgrenzung statt Ausweitung.} Erkannte Probleme wurden als neue Backlog Items erfasst statt im laufenden Pull Request miterledigt — etwa Speicherabfrage, Typsuche und Nebenläufigkeit. Das hielt die Pull Requests begrenzt und machte die Probleme sichtbar.
\textbf{Struktur und Wartbarkeit.} Wiederkehrend: auszulagernde Skripte, fehlertolerantes Auswerten von Aufzählungswerten, überflüssige Kommentare, uneinheitliche Benennungen.
\textbf{Fachliche Klärung im Review.} In mehreren Fällen änderte die Diskussion nicht den Code, sondern das Backlog Item — etwa den Statuscode bei fehlender Berechtigung (403 statt 404) und die Festlegung, dass auch einzelne Dokumente als Archiv ausgeliefert werden. Das Review leistete damit Anforderungsarbeit.
\subsection{Wechsel der Reviewer}
Über die Projektlaufzeit wechselte der Hauptreviewer zweimal: \emph{Timo Walter} prüfte die fünf Pull Requests der Anfangsphase, \emph{Sarah Hinzmann} übernahm Anfang August, \emph{Robin Noack} die Schlussphase. Zusätzlich beteiligte sich \emph{Hanna Ebner} an den frühen Diskussionen.
Der Wechsel war organisatorisch bedingt, hatte aber einen fachlichen Effekt: Frühe Reviews befassten sich mit Architektur, Sicherheit und Speicherabfrage; mittlere mit Bedienung und Wartbarkeit; späte mit Benennung, Fehlertoleranz und Codestil. Ein gleicher Reviewer hätte diese Bandbreite vermutlich nicht abgedeckt; zugleich verteilte der Wechsel das Wissen über das Modul im Team.
\subsection{Kritische Betrachtung des Vorgehens}
Am 27.~Juli wurden vier Pull Requests am selben Tag eröffnet, ein fünfter folgte am Tag darauf. Da sie inhaltlich aufeinander aufbauten, ließ sich nur der erste zeitnah abschließen; die übrigen blieben zwei bis drei Wochen offen.
Die in Abschnitt~\ref{sec:architecture} beschriebene Verkettung machte die Änderungen gut prüfbar, verlagerte den Aufwand aber ans Ende: Der überwiegende Teil der Zusammenführungen fällt in die Woche vom 18. bis 21.~August — unmittelbar vor Abnahme und Produktivsetzung.
Rückblickend wäre sequenzielles Vorgehen vorzuziehen gewesen, da die inhaltliche Abhängigkeit echtes paralleles Vorankommen ohnehin verhinderte.